Richtig was losmachen

war ein Suchbegriff von gestern, mit dem jemand aufs Norderney Tagebuch kam. Tja … richtig was losmachen … Party, Action, Vergnügen??? Ist im November auf Norderney kaum möglich – außer bei den Naturgewalten. Und eine Dame namens Carmen hat so richtig was losgemacht in den letzten Tagen und für Action gesorgt.

Der Blick heute Morgen über die Fischerhafen Bucht:

Die Idylle trügt, ein fast gewohnter Anblick bei Ebbe – doch Carmen tanzte von Südwest über die Insel, was eher ungewohnt ist, meist jagen die Sturmtiefs von West bis Nordwest heran.

Wo sonst bei Flut die Wellen höchstens mal am Deckwerk lecken und spielerisch plätschern, wurde mit richtigen Brechern der Spülsaum bis auf den Deich verlegt. Bei einem Spaziergang hätte es also mehr als nur nasse Füße gegeben – unabhängig davon, dass sich bei der Windstärke mit Sturmböen niemand dort auf den Beinen halten kann.

Die Nordsee entsorgte viel Müll, der bewusst oder unachtsam in sie geworfen wurde oder was Sturmböen entrissen hatten, das nicht niet- nagelfest vertäut war.

Holzpfähle, die schon ein ganz schönes Gewicht haben, hat sie mit Leichtigkeit auf die Steine geworfen …

… doch selbst große Holzpaletten behandelten die Wellen wie Spielzeug, setzten eine auf die Steine …

und die andere mitten auf den Fußweg. Ich habe mal versucht, das Ding zu bewegen – unmöglich, sie gab keinen Millimeter nach.

Neben organischem Abfall tummelt sich unzähliger Müll in allen Größen und Formen unserer zivilisierten Gesellschaft: Plastik.

… und selbst der obligatorische rote Gummihandschuh findet sich. Wie viele von den Dingern werden eigentlich in der Nordsee „entsorgt“???

Ebenso verendete Tiere …

Der Spülsaum ist zur Zeit ein Eldorado für tierische Müllschlucker …

wovon man einige noch ganz gut unter Kontrolle hat, doch was ist mit den Wildtieren?

Hier stellvertretend die Schwäne, die heute Morgen in den Salzwiesen unterwegs waren. Es bleibt zu hoffen, dass sie keinen Plastikmüll verschlucken. Nicht alle Wildtiere werden das Glück haben und aus Neugier oder Hunger die „zivilisierten Überreste“ aufnehmen – und elend krepieren.

Die Natur hat richtig was losgemacht – und hält uns Menschen den Spiegel vor, wie „zivilisiert“ wir mit ihr umgehen.

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7 Kommentare - “Richtig was losmachen”

  1. Manu Says:

    He Ina!
    Oje, die Holzpaletten sind doch nicht etwa Teile des Holzsteges an der Surferbucht? Von dort haben wir immer mit den Schulkindern so schön die Tiere beobachtet.
    Herzliche Grüße aus dem Ruhrpott,
    Manu

  2. fred210761 Says:

    Hallo Ina,

    eine nicht so schöne Sammlung Müll darf ich bei dir bewundern, der gute Fotograf schneidet das ganze Zeugs heraus und zeigt uns die schöne Natur. Nene richtig wie du das näher bringst was das Wasser nicht haben will. Ist ja grausam was da alles wieder angespült wird. Nichts ist verloren, alles findet sich wieder an, na gut fast alles, so manch einer bleibt für immer verschwunden.
    Oh ja das ist bitter, Tier ist sehr neugierig und verendet. Carmen hat aber auch gewütet, ich glaube IHR Name geht mir nicht mehr so schnell aus dem Sinn.

    Liebe Grüße, Fred


    • hallo fred,
      rausschneiden oder nicht – immer eine frage des blickwinkels. und es gibt nicht nur schöne sachen, das ist die realität, die wir sehen – und es gibt auch noch mehr unschöne sachen, die wir nicht sehen können und ebenso hässliche konsequenzen nach sich zieht. für den menschen begreifbar ist eher das, was sich sichtbar messen lässt, z.b. in SACHschäden nach so einem sturm. und darüber wird das unermessliche gern vergessen.
      liebe grüße!

  3. Joachim Says:

    Moin Ina,

    Wir werden es nie lernen mit der Natur auch nur angemessen umzugehen.Deshalb wird sie uns -in nicht gar so ferner Zukunft (?)- links liegen lassen.
    Sorry, auf dem Spülsaum entsorgen…..
    Kann Deine Bilder aus eigenen, erlebten Eindrücken
    nur unterstreichen.

    Schade, sie ist so schön….


    • Moin Joachim,

      lass es uns nicht ganz so düster sehen und lieber hoffen, dass Mensch doch noch ein-/um-/nachsichtig wird. Selbst wenn die Beobachtungen manches Mal die Hoffnung Lügen strafen und das Herz schwer dabei wird.
      Liebe Grüße!


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